Luftwaffe

Die Flugabwehrraketengruppe 61 – Abschied nach sieben Jahren

MANTIS, Wiesel 2/Ozelot und Luftraumüberwachungsradar – seit Bestehen der Flugabwehrraketengruppe 61 gehören diese Waffensysteme zusammen. Eine Familie unter dem Dach des Flugabwehrraketengeschwaders 1 aus Husum mit deren Patriot-System. Unter den Augen aller FlaRak-Verbände der Luftwaffe, verabschiedet sich die Gruppe aus Todendorf mit einem Appell.

Abschied aus der FlaRak-Familie – Alle Gruppen und Teile des Geschwaders verabschiedeten die Kameraden aus Todendorf. Stolz stehen sie zwischen ihren MANTIS-Geschützen. (Quelle: Luftwaffe/Bernd Berns)
Die „Kuh vom Eis holen“, diese berühmte Redewendung galt es in den letzten Jahren als Team rund um die Flugabwehr zu meistern. „Mission accomblished, gibt es aus meiner Sicht zu vermelden“, sagt Oberstleutnant Nikolas Scholtka, Kommandeur der Flugabwehrraketengruppe (FlaRakGrp) 61. Er sieht die Zusammenarbeit innerhalb der Flugabwehrverbände als Erfolg. Denn Teamarbeit und die damit verbundene gemeinsame Aufgabenwahrnehmung waren unabdingbar. Ein besonderes Beispiel für Teamleistung ist der Auslandseinsatz in Mali mit dem Waffensystem MANTIS. Denn die „Manpower“ kommt nicht nur aus Todendorf, dem Heimatstandort des Waffensystems, sondern aus allen FlaRak-Verbänden der Luftwaffe. „Mein ganz besonderer Dank geht natürlich an diejenigen Soldatinnen und Soldaten, die uns hier bereits unterstützen und in den nächsten Tagen mit uns in den Einsatz verlegen“, bringt Scholtka die Unterstützung innerhalb des Flugabwehrgefüges zum Ausdruck.  
Eines der Abschiedsgeschenke vom Kommodore des FlaRakG 1, Oberst Kuebart, an Oberstleutnant Scholtka, war das erste Fahnenband der damals aufgestellten Flugabwehrgruppe. (Quelle: Luftwaffe/Bernd Berns)

Ein Hauch von Melancholie

„Dieser Appell heute ist etwas ganz Besonderes. Und er ist für mich als ehemaliger Kommandeur der FlaRakGrp 61 und jetziger Kommodore des Flugabwehrraketengeschwaders 1 ein bewegender Moment“, beginnt Oberst Arnt Kuebart seine Abschiedsrede an den Verband. Bei norddeutschem Schietwetter und vor der Kulisse der Ostseeküste in Todendorf lauschen die Soldatinnen und Soldaten der deutschen Flugabwehr den Worten der heutigen Redner. Es ist ein seltener, dennoch fast familiärer Appell zu dem die Kameradinnen und Kameraden des FlaRakG 1 angetreten sind. Nach sieben Jahren beginnt ab dem 1. April 2018 für den jüngsten Verband der Luftwaffe, der Flugabwehrraketengruppe 61, ein neuer Meilenstein. Die Gruppe wird dann offiziell dem Defence Ground Based Air Defence Command in Vredepeel (NDL) unterstellt. Die Luftwaffe folgt damit der 1. Panzerdivision des Heeres, diese dient bereits seit dem Frühjahr 2017 gemeinsam mit den Niederländern in einem Verband. Multinationalität, gegenseitige Unterstützung und die Zusammenarbeit auf internationalem Terrain spiegeln nun auch in Todendorf die Zukunft der Streitkräfte wieder.  

Alle Wappen des einzig verbliebenen FlaRakG 1 erleuchten in strahlendem Glanz. (Quelle: Luftwaffe/Bernd Berns)

Herausforderungen erfolgreich begegnen

Ein Unikatverband: einmalig und einzigartig sein. Dass dies nicht nur Lobeshymnen und Erfolg bedeutet, kann jeder Angehöriger der FlaRakGrp 61 mit Sicherheit bestätigen. Die letzten sieben Jahre haben dieser Gruppe einiges an Herausforderungen abverlangt. Übungen, Auslandseinsätze und zahlreiche Sonderaufgaben galt es zu meistern, Mammutaufgaben ist wohl das richtige Wort dafür. „Sie haben diese Aufgaben mit Bravour bestanden“, so Kuebart.  Den jetzt anstehenden neuen Herausforderungen gilt es weiterhin erfolgreich zu begegnen.

„Keine andere Gruppe des Geschwaders ist sich dessen so bewusst, wie sie es sich sind“, bestärkt der Kommodore die Soldatinnen und Soldaten des Verbandes aus Todendorf.

Keiner geht so ganz

„Team Luftwaffe“ steht nicht nur sinnbildlich als Leitbild dieser Teilstreitkraft. In der Flugabwehr der Bundeswehr bleibt dieses Leitbild weiterhin bestehen. Der gemeinsame Einsatz in Mali erfordert weiterhin die Zusammenarbeit mit dem Flugabwehrraketengeschwader 1 und allen unterstellten Gruppen.


Autor: Nicole Middeldorf