„Command“ – Digital für die Wirklichkeit üben

Viele Faktoren entscheiden über den Ausgang eines Gefechts. Sei es die Logistik und der Einsatz der Soldaten, die Moral der Truppe oder die Versorgung an Ausstattung. Letztlich entscheidend ist, alle Faktoren zu berücksichtigen und die richtige Taktik daraus zu schließen. Dazu nutzen Lehrgangsteilnehmer an der Offizierschule der Luftwaffe die Simulationssoftware „Command: Modern Air / Naval Operations“.

 

Major Thomas Silier sieht viel Potenzial bei Command. Auf einer Veranstaltung stellte er anderen Verbänden der Luftwaffe die Software vor. (Quelle: Luftwaffe/Eduard Wagner)

 

Das Programm wird zur Darstellung von Luftoperationen verwendet. Die Lehrgangsteilnehmer bekommen ein fiktives Szenario, indem sie alle für ein Gefecht relevanten Faktoren berücksichtigen und es dann ausplanen müssen. „Wir pflegen die Planung der Lehrgangsteilnehmer dann in die Software ein und schauen, ob ihr Plan funktioniert“, erklärt Major Thomas Silier. Er ist Fachlehrer für Luftwaffenlehre sowie Projektoffizier für die Einführung von Command an der Offizierschule der Luftwaffe (OSLw).

 

Major Thomas Silier nutzt Command an der Offizierschule der Luftwaffe. (Quelle: Luftwaffe/Eduard Wagner)

 

Tatsächlich ist die Software ursprünglich nicht für das Militär, sondern als frei erhältliches Spiel konzipiert worden. Gefechte, speziell verschiedene Luftoperationen, werden aber so realistisch dargestellt, „dass die Bundeswehr oder auch das amerikanische Militär erkannt haben, dass Command Potenzial bietet, es auch in den Streitkräften zu nutzen“, erläutert Silier. Beispielsweise bietet die Software eine umfassende Datenbank mit jedem Flugzeug von jeglichen Streitkräften bis ins Jahr 1946 zurück.

 

In einer dreimonatigen Testphase wird geschaut, ob Command auch in großen Teilen der Luftwaffe genutzt werden kann. (Quelle: Luftwaffe/Eduard Wagner)

 

Bis ins kleinste Detail: Von der Planung bis in die Simulation

Die Lehrgangsteilnehmer werden in verschiedene Gruppen aufgeteilt. Alle Teams bekommen unterschiedliche Aufträge, die sie zu planen haben. Beispielsweise sei eine Gruppe dafür verantwortlich „den Luftraum über dem Einsatzgebiet zu schützen. Eine andere wiederum übernimmt den Close Air Support, also die Luftnahunterstützung der Bodentruppen“, sagt Silier. Dann gehe es um eine gemeinsame Koordinierung. Der Sprit für die eingesetzten Flugzeuge muss ermittelt werden, Tanker müssen rechtzeitig vor Ort sein und die jeweiligen Einsatzzeiten der Kräfte ermittelt werden.

Die Simulationssoftware ist so präzise, dass auch die amerikanischen Streitkräfte das Programm nutzen. (Quelle: Luftwaffe/Eduard Wagner)

 

„Ich bin sehr beeindruckt, wie komplex das Programm ist“, erzählt Oberleutnant Markus Kribelbauer. Er hat das Programm beim letzten Offizierslehrgang als Teilnehmer genutzt. Zusätzlich habe ihn fasziniert, wieviel Arbeit Silier und sein Team zusätzlich investiert haben. „Seien es erstellte Excel-Tabellen um Einsatzzeiten zu bestimmen oder um den Spritverbrauch der jeweiligen Flugzeuge zu berechnen – das fand ich extrem beindruckend“, erzählt er begeistert.

Für die Luftwaffe biete das Programm auf jeden Fall einen Mehrwert, ist sich Kribelbauer sicher: „Wenn man vorher Frontalunterricht mit Power Point oder anderen Hilfsmitteln hatte und alles nun mal simuliert umsetzen kann, bietet die Software einen großen Mehrwert.“

In Command können Planungen für ein Gefecht eingepflegt werden. Das Programm simuliert dann das Ergebnis. (Quelle: Luftwaffe/Eduard Wagner)

 

Daher wird nun geprüft, ob die Software auch für weitere Bereiche der Luftwaffe einen Mehrwert bieten kann. In einer dreimonatigen Testphase wird das Programm getestet. Vertreter der verschiedenen Teilbereiche wurden dafür kürzlich in Fürstenfeldbruck in das Programm eingewiesen. Wenn Command auch hier einen positiven Eindruck hinterlässt, dann könnte die Software bald nicht mehr nur an der Offizierschule der Luftwaffe, sondern in großen Teilen der Luftwaffe genutzt werden.

Auf einer Veranstaltung wird Command Soldaten anderer Luftwaffen-Verbände näher gebracht. (Quelle: Luftwaffe/Eduard Wagner)

Autor: Steve Reutter

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