Das „Tinchen“: Neues Design zum Jubiläum

Das „Tinchen“: Neues Design zum Jubiläum

Ihre 47 Jahre sieht man dem „Tinchen“ absolut nicht an. Immer wieder hat die Geschwader-Zeitschrift, die ihren Namen dem bronzenen Wahrzeichen Husums verdankt, ein neues „Outfit“ bekommen. Digitale Technik und viel Liebe zum Detail lassen sie in ihrer 555. Ausgabe jünger aussehen als beim Start 1973.
Auf einem Tisch liegen zahlreiche „Tinchen“-Ausgaben aus verschiedenen Jahren.

Von 1973 bis heute hat sich die Geschwader-Zeitschrift immer wieder verändert, dank der immer moderneren Computer- und Drucktechnik Quelle:Bundeswehr/Bernd Berns

Als das „Tinchen“ im Dezember 1973 zum ersten Mal erschien, war es größer als heute. Denn die „Kurznachrichten für das Leichte Kampfgeschwader 41“ hatten in den ersten Monaten noch DINDeutsches Institut für Normung-A4-Format, wurden auf Matrize geschrieben und durch einen Vervielfältiger gekurbelt. Jetzt, im Mai 2020, ist „Tinchen“ schon lange das Nachrichtenportal der Flugabwehrraketen (FlaRak) -Truppe und kommt in seiner 555. Ausgabe ganz modern daher.
Die Titelseite der allerersten „Tinchen“-Ausgabe vom Dezember 1973. Sie ist auf Matrize geschrieben.

1973 erblickt eine kleine Loseblattsammlung mit der Aufschrift „Tinchen – Leichtes Kampfgeschwader 41 – Kurznachrichten“ das Licht der Welt Quelle: Red. Tinchen
Zur 555. Ausgabe hat das „Tinchen“ ein komplett neues Design bekommen, mit farbigen Textfeldern und großformatigen Fotos Quelle: Red. Tinchen

„Wir haben das Design der Seiten zum Jubiläum so angepasst, dass Leserinnen und Leser auf qualitativ großformatige Bilder blicken und sich der Text in einem Textfeld besonders abhebt“, sagt Bernd Berns, der 1. Vorsitzende des „Tinchen e.V.eingetragener Verein“, der seit über zehn Jahren sein Herzblut in diese Zeitschrift steckt. Der Oberstabsfeldwebel im Ruhestand unterstützt Presseoffizier Leutnant Dominik Fischer regelmäßig kurz vor Redaktionsschluss bei der Fertigstellung der neuen Ausgabe.

Viel mehr als nur ein Name

Sanfte Veränderungen hat es beim „Tinchen“ immer gegeben. Geblieben ist der Name, den es seit der ersten Ausgabe trägt. Diesen verdankt es dem bereits verstorbenen Oberstleutnant Reinhard Mesch, der auch die Idee für das Infoblatt hatte. Um einen regionalen Bezug zu Husum herzustellen, wo der Jet-Verband stationiert war, wählte man damals das Wahrzeichen der Stadt Husum als Namensgeberin. Die Tine, das bronzene Fischermädchen auf dem Sockel des Asmussen-Woldsen-Denkmals, ist der Mittelpunkt der Husumer Innenstadt. Am Donnerstag wacht sie über den Wochenmarkt und hat immer den Blick gen Westen auf die Nordsee gerichtet. Auf dem Cover des „Tinchens“ findet sich die Tine dann auch im Namen wieder, heute als moderne Grafik.
Oben auf dem sogenannten Tine-Brunnen in Husum steht die Statue eines Fischermädchens aus Bronze. Das ist die Tine.

Das Fischermädchen aus Bronze ist Wahrzeichen der Stadt Husum und die Namensgeberin des „Tinchens“. Sie ist auf jeder Titelseite abgebildet Quelle:Red. Tinchen
Zum Appell zu 60 Jahre FlaRak stehen die Soldaten rund um den Tine-Brunnen.Ob Wochenmarkt oder wie hier beim Appell zu 60 Jahre FlaRak: Die Tine steht im Mittelpunkt und genießt die volle Aufmerksamkeit Quelle:Bundeswehr/Volkert Bandixen

Hier schreiben die Soldaten selbst

Die erste richtige Titelgrafik erhielt das „Tinchen“ schon nach seinen ersten drei Monaten, im April 1974, als es von einer Loseblattsammlung auf eine DINDeutsches Institut für Normung-A5-Broschüre umgestellt wurde. Es gab einen Verlag für den Druck, Redaktionsräume und einen Briefkasten für Zuschriften am Eingang. Mit sechs Mitstreitern wurde die Redaktion in den alten Bodenräumen des Stabsgebäudes gegründet. Keine Journalisten, sondern Soldaten im Nebenjob leisten diese Arbeit bis heute. Alle sind Spezialisten in ihrem militärischen Fachbereich und doch haben sie den Ehrgeiz, aus der Truppe für die Truppe zu berichten. Viele Jahre schrieben auch Wehrpflichtige die Storys. Heutzutage wird diese „Manpower“ durch Technik ersetzt. Das aktuelle „Tinchen“ ist komplett auf einem Laptop im Homeoffice entstanden. Papier, Schreibmaschine und Analogfotografie sind Computer und Spiegelreflexkamera gewichen.
Bernd Berns in seinem Homeoffice in einer Videokonferenz mit Dominik Fischer.

Die Redaktion heute: Jede Ausgabe entsteht komplett digital und über mehrere hundert Kilometer hinweg. Corona-bedingt wurden die Ausgaben 554 und 555 im Homeoffice produziert. Hier Bernd Berns (rechts) im Video-Chat mit Dominik Fischer Quelle:Bundeswehr/Bernd Berns

24.140 Seiten und 825.000 gedruckte Exemplare

Gegenüber anderen Geschwader-Zeitschriften hat das „Tinchen“ einen echten Nachrichtenvorteil: Es erscheint seit der ersten Ausgabe monatlich. Mit seinen Berichten von Übungen und Ereignissen hat es das „Tinchen“ bis jetzt auf 555 Ausgaben, 24.140 Seiten, 825.000 gedruckte Exemplare, vier herausgebende Verbände und einen Versand um die ganze Welt gebracht. Die Redaktion bietet auf ihrer Website umfangreiche Informationen aus dem Geschwader, denn das Archiv aus fast 47 Jahren „Tinchen“ wächst stetig.

Die älteste Geschwader-Zeitschrift der Luftwaffe

Dabei haben Geschwader-Zeitschriften eine lange Tradition in der Luftwaffe. Ob „Der Recce“ aus Jagel, „Der Kranich“ aus Laage, oder die „Brummel“ aus Hohn: An vielen Luftwaffenstandorten gibt es Geschwader-Magazine im Format DINDeutsches Institut für Normung A5 mit Geschichten und Anekdoten aus dem Verband, mit Berichten von Übungen und aus dem Einsatz. Doch das „Tinchen“, das als Verbandszeitschrift eines fliegenden Geschwaders begann und seit 1993 das Nachrichtenportal der FlaRak-Truppe ist, ist älter als alle anderen. Ob am Taktischen Aus- und Weiterbildungszentrum Flugabwehrraketen USAUnited States of America (TAWZ) in El Paso, im Kommando Luftwaffe in Berlin, auf Kreta und im Einsatz: Dort, wo FlaRak-Soldatinnen und -Soldaten ihren Dienst tun, wird für das „Tinchen“ geschrieben, fotografiert und dieses natürlich auch gelesen.

Teile des Redaktionsteams 1979, noch mit jeder Menge Papier, Schreibmaschinen und Handarbeit. Quelle: Red. Tinchen/Velte
Früher kamen die Fotos für „Tinchen“ von der Bildstelle. Fotografin, Fotofeldwebel und die Vervielfältigung waren dafür ständig unterwegs. Heute macht das alles ein Soldat mit Digicam und Computer Quelle: Collage Red. Tinchen

Dass diese Truppenzeitschrift ein Dauerbrenner wurde, überraschte auch den inzwischen verstorbenen ersten Chefredakteur, Oberstleutnant a.D. Jürgen Dietrich. In einem Artikel in den „Husumer Nachrichten“ zum 35-jährigen Jubiläum lobte er die Leistungen der Redakteure und resümierte: „Manche Zeitungen erscheinen schon seit Jahrzehnten, anderen hingegen geht bereits nach kurzer Zeit die Puste aus. Einen bemerkenswert langen Atem hat die in Husum herausgegebene Truppenzeitschrift ‚Tinchen‘ bewiesen.„

Inspekteur und Pharisäer

Schon mit der ersten „echten“ Ausgabe machte das Geschwader-Blatt richtig Eindruck. Aufmacher war ein Interview mit dem damaligen Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Gerhard Limberg, der von 1963 bis 1968 selbst Kommodore des Husumer Geschwaders war. Außerdem stellte das „Tinchen“ in dieser Ausgabe Edmar Dau vor. Der Wirt vom „Café Halligblick“ auf Nordstrand war für seine humorvollen Geschichten und für seine von ihm selbst auf dem Akkordeon begleiteten Lieder bekannt. Auch sein Pharisäer – für Nichtkenner: ein gesüßter Kaffee mit Rum und Schlagsahne – ist immer noch unvergessen. Nicht von ungefähr war der Artikel über Edmar Dau mit „Ein Botschafter des Pharisäers“ betitelt.

Auch in Zukunft: Alles aus der FlaRak-Welt

Auf dem Jubiläums-Titel vom „Tinchen“ sind auch viele der älteren Designs zu sehen, denn seit 1974 hat sich das Aussehen der Geschwader-Zeitschrift stetig verändert Quelle: Collage Red. Tinchen/Fischer

Auch in Zukunft wird das „Tinchen über große und kleine Geschehnisse aus der FlaRak-Welt, aus Husum, aus dem Spezialpionierregiment 164 „NF“ und dem Materialwirtschaftszentrum Einsatz der Bundeswehr in Ohrstedt berichten. „Dabei beziehen wir die Menschen mit ein, die hinter den Kulissen stehen und bringen diese mit ihren Leistungen in die Öffentlichkeit“, sagt Bernd Berns. „Aber auch beim Design gehen wir gerne weiterhin auf die Wünsche der Leser ein, um uns stetig zu verbessern.“ In Husum und den FlaRak-Standorten ist das „Tinchen“ ein fester Bestandteil und das soll so bleiben.
Das „Tinchen“ ist natürlich auch online verfügbar unter: https://www.tinchen-husum.de/aktuelles

von Dominik Fischer und Bernd Berns

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