Deutsche Luftwaffe trainiert in Südafrika

Deutsche Luftwaffe trainiert in Südafrika

Acht Mal täglich sind die leistungsstarken Triebwerke beim Steigflug der Tornados des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33 über dem sonst ruhigen Städtchen Arniston inder südafrikanischen Provinz Western Cape zu hören. Die Luftwaffe trainiert mit vier Tornados auf dem Testgelände Overberg, etwa 200 Kilometer südwestlich von Kapstadt.

 

Die Südspitze des Kontinents, Kap Agulhas, ist nur wenige Flugminuten entfernt, drei Tage hingegen dauerte die Anreise von Büchel in Deutschland aus. Die Tornado verlegten mit Zwischenstopps auf Gran Canaria und der Atlantikinsel Ascension ans Kap. Treibstaoff wurde in der Luft durch einen Tanker der U.S. Air Force bereitgestellt. Das Gros der fast 120 Soldatinnen, Soldaten, Reservisten und Zivilangestellten des 33. Taktischen Luftwaffengeschwaders in Büchel unter dem Kommando von Oberstleutnant Thomas Schneider flog im Bundeswehr-Airbus ein, während dessen über 50 Tonnen Material – Ersatzteile, Munition und Verpflegung – per Charter-Antonov oder auf dem Seeweg in Richtung Kapstadt unterwegs waren.

 

Die Übung hat viele Facetten – Tiefflug oder Manöver unter Einsatz der Bordwaffen über dem weiten Himmel des nur spärlich bewohnten südwestlichen Kaps, und, als Höhepunkt, der Verschuss des Lenkflugkörpers Taurus.

Warum Südafrika?
Das Testgelände an der Südspitze Afrikas bietet neben seiner geografischen Abgeschiedenheit ausgezeichnete Infrastruktur mit modernen Kontroll- und Meßanlagen zur Analyse von Flugbewegungen und Testschüssen. Vergleichbare Übungen sind im dicht besiedelten Europa kaum denkbar. Schneider, Kommandoführer und Kommandeur der Fliegenden Gruppe im Heimatverband, lobt die gute Zusammenarbeit: „Overberg bietet uns optimale Bedingungen. Infrastruktur, Ausstattung und Unterbringung sind ausgezeichnet, das Stützpunktpersonal arbeitet professionell und ist hilfsbereit“. In Meeresnähe gelegen, können in Overberg auch kombinierte See/Luft-übungen durchgeführt werden. Auch wenn die südafrikanische Luftwaffe dieses Mal sehr zum Bedauern der deutschen Kameraden nicht mitflog, konnten unter diesen optimalen Übungsbedingen in der Vergangenheit die Deutsche Marine und Luftwaffe gemeinsam mit den südafrikanischen Streitkräften ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen. Das deutsche Geschwader selbst war schon drei Mal vor Ort.

 

Soziales Engagement
Die Soldaten sind sich der Kontraste in der südafrikanischen Gesellschaft bewusst und haben sich engagiert: Der Erlös einer Sammelaktion in der Heimat des Geschwaders wird einer Schule in der Umgebung Overbergs für den Kauf von Schuluniformen zur Verfügung gestellt. Für die Marinekameradschaft in Deutschland wurden Musikinstrumente für ein Jugend-Musikprojekt in Kapstadt mit ins Land gebracht. Die gespendeten Blechblasinstrumente wurden an der Kapstädter Waterfront vom Geschwader in Anwesenheit des deutschen Generalkonsuls Roland Herrmann dem Projekt Izivunguvungu übergeben, einem aus Township-Jugendlichen bestehenden Jugendorchester.

 

Der Aufenthalt in Südafrika verlief zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten: fachlich – der auf ein Übungsziel abgefeuerte lenkflugkörper Taurus traf nach etwa 20 Minuten Flugzeit punktgenau und menschlich – die meisten Übungsteilnehmer besuchten Südafrika zum ersten Mal und zeigten sich von Land und Leuten begeistert. Ob dienstlich oder privat, einige der Soldatinnen und Soldaten werden gewiss wiederkommen. 2017 wird wieder in Overberg geübt. Bereits Anfang 2015 wird die Deutsche Marine zusammen mit der südafrikanischen in der Region um Kapstadt und Overberg die seit Jahren erfolgreiche und bewährte Marinekooperation fortsetzen und gemeinsam die Abwehr maritimer Bedrohungen trainieren.

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