Digitale Meisterleistung in der Negev-Wüste

Leere Räume ohne jegliche digitale Infrastruktur fanden Oberstleutnant Christoph Scholz und Hauptfeldwebel Hannes Jeddeloh im Mai diesen Jahres in Israel vor. Ein gutes Jahr dauert die Vorbereitung für eine Hochwertübung wie Blue Flag. Ein logistischer und planerischer Kraftakt. Es gilt, eine komplette digitale Infrastruktur zu erschaffen.

In Zeiten der Digitalisierung ist Flugbetrieb ohne eine stabile Netzwerkumgebung nicht mehr möglich. Oberstleutnant Christoph Scholz führt das Team an, das sich eben genau um diese Netzwerkstruktur für ihre Kameradinnen und Kameraden bei Blue Flag kümmert.

Die IT-Experten haben in der Negev-Wüste einen unglaublichen Job gemacht. (Quelle: Luftwaffe/Francis Hildemann)

Bereits vor allen anderen Soldaten sind Scholz und seine Leute auf der Uvda-Luftwaffenbasis eingetroffen. „Wir sind seit dem 22. Oktober mit zwölf Soldaten hier vor Ort und hatten anstatt der gewöhnlichen zehn gerade mal vier Tage Zeit, alles aufzubauen und anzuschließen“, berichtet Scholz. Eine frühere Anreise war nicht möglich, da die israelische Seite die Luftwaffenbasis urlaubsbedingt nicht früher eröffnet hat.

Alle Arbeitsplätze mussten in nur drei Tagen angeschlossen werden. (Quelle: Luftwaffe/)

Erschwerend kam hinzu, dass die Kommunikation nach Deutschland nicht auf Anhieb funktioniert hat, was an Wartungsarbeiten in Deutschland gelegen hat. „Erst nach gemeinsamer umfangreicher Fehleranalyse konnte das Problem gerade rechtzeitig zu den Vorübungen behoben werden“, erklärt Hauptfeldwebel Hannes Jeddeloh. Es ist schier unglaublich, was das Team S6 – wie die IT-Spezialisten in der Bundeswehr genannt werden – hier geschafft hat.

Der gleiche Raum drei Tage später, nachdem das Team S6 seine Arbeit aufgenommen hat. (Quelle: Luftwaffe/)

Ohne digitale Infrastruktur kein Flugbetrieb

Im Grunde genommen haben sie die digitale Infrastruktur eines Geschwaders in komprimierter Form in kürzester Zeit geschaffen. Ohne funktionierende Computer und Telefone ist eine Übungsteilnahme an einer derart bedeutenden Übung wie Blue Flag nicht denkbar. Allein die Kommunikation innerhalb der deutschen Anteile läuft fast ausschließlich über digitale Datenverbindungen.

Über 30 Telefone, 60 Computer, fast zehn Sever und mehrere Drucker wurden im Vorfeld der Übung installiert. Dafür sind mehrere Kilometer Glasfaser und Kupferkabel verlegt worden. Zudem wurde eine Führungslagezelle mit eigenen Stromaggregaten auf der Basis errichtet, um den fliegenden Besatzungen ihre Flugplanung auf kürzestem Weg zu ermöglichen. Die Anzahl der Arbeitsstunden ist derart hoch, dass sie gar nicht mehr genau beziffert werden kann. Außerdem haben die Männer ein eigenes Funknetzwerk für digitale Handfunkgeräte aufgebaut.

Rund 60 Computer mussten angeschlossen werden. (Quelle: Luftwaffe/)

„Für mein Team und mich war ein großes Übungsziel, eine stabile Verbindung ins Heimatnetz ohne Unterstützung Dritter bereitzustellen. Sowas haben wir in der Form noch nie getestet und ich bin sehr stolz auf mein Team, dass wir dieses Ziel auch mit Bravur gemeistert haben“, freut sich Oberstleutnant Christoph Scholz.

Rund zwei Monate nach der eigentlichen Übung werden die S6-er noch mit der Nachbereitung zu tun haben. Insgesamt war Blue Flag 2019 aus IT-technischer Sicht das anspruchsvollste Kommando der letzten Jahre.

 

Autor: Stephan Jeglinski

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