Bewährtes Modell, neue Technik: Erste Patriots digitalisiert

Bewährtes Modell, neue Technik: Erste Patriots digitalisiert

Moderne Touchscreen-Bildschirme und verbesserte Ausstattung: Der Feuerleitstand des Waffensystems Patriots wird erneuert. Dadurch wird die Flugabwehr der Luftwaffe noch schneller und effizienter. Außerdem ist so die Einsatzfähigkeit des Waffensystems bis nach 2030 gesichert.

„Never change a running system.“ – Aber irgendwann wird es Zeit für eine grundlegende Erneuerung. So auch beim Feuerleitstand „Engagement Control Station“ (ESC) des Waffensystems Patriot. Die 2. Staffel der FlaRakGrp 21 wurde mit neuen Bedienkonsolen („Modern Man Station“) ausgestattet und kann als erste Staffel aller Flugabwehrraketengruppe die anstehenden Übungsvorhaben mit dieser neuen Hardware angehen und Erfahrungen sammeln.

Das war einmal: Röhrenmonitore, Knöpfe und Schalter haben ausgedient. (Quelle: Luftwaffe/Markus Dorfmüller)

Die Einrüstung der „Modern Man Station“, kurz MMS, ist ein großer Schritt für die weitere Nutzung des Waffensystems Patriot im nächsten Jahrzehnt. Das Flair vergangener Jahrzehnte mit monochromen Röhrenmonitoren ist modernen Touchscreen-Bildschirmen gewichen. Statt vor einer Vielzahl an Knöpfen und Schaltern sitzt die Kampfbesatzung nun an einem modernen Arbeitsplatz mit Tastatur und Maus.

Ein weiterer Vorteil der neu ausgestatteten Kabine ist die verbesserte Sitzergonomie. Ein Detail, das im Einsatzfall wichtig ist, denn eine Schicht kann bis zu zwölf Stunden dauern. Die Umrüstung der Waffensysteme wird beim Systemzentrum 23 in Mechernich, der „Patriot-Werft“, durch erfahrenes Instandsetzungspersonal ermöglicht. In den kommenden drei Jahren werden hier die Kabinen von drei Patriot-Verbänden und des Taktischen Ausbildungszentrums in El Paso, Texas, auf MMS umgestellt.

Fit für die nächste Dekade

Für Brigadegeneral Gschoßmann ein wichtiger Schritt zur Zukunftsfähigkeit des Waffensystems Patriot. (Quelle: Luftwaffe/Markus Dorfmüller)

Brigadegeneral Michael Gschoßmann, Kommandeur Bodengebundene Verbände im Luftwaffentruppenkommando, betonte in seiner Rede, dass diese Weiterentwicklung die Einsatzfähigkeit von Patriot bis nach dem Jahr 2030 sicherstellt. Auch Oberstleutnant Siegfried Kraus, Kommandeur der Flugabwehrraketengruppe 21 (FlaRakGrp 21) ist sich sicher: „Damit legen wir den Grundstein, damit das Waffensystem Patriot über die nächsten Jahre hinaus einsatzbereit bleibt“.

Brigadegeneral Gschoßmann übergibt offiziell den neuen Feuerleitstand an Hauptmann Ulrich, Chef der 2. Staffel. (Quelle: Luftwaffe/Markus Dorfmüller)

Die 2. Staffel der FlaRakGrp 21 aus Mecklenburg-Vorpommern ist der erste Nutzer des modernisierten Feuerleitstandes in der Luftwaffe. Hauptmann Markus Ulrich, Staffelchef der 2./FlaRakGrp 21, betonte: „Wir sind stolz, Teil dieser Weiterentwicklung des Waffensystems zu sein. Nun ist es wichtig, die Kompatibilität des neuen Feuerleitstandes mit den anderen Komponenten des Waffensystems im Live-Betrieb zu testen.“ Hinzu kommt die Einweisung des Personals. Alles, was bisher am Simulator geübt wurde, muss nun in der Realität umgesetzt werden. Die Simulation der Feuerleitkonsolen wurde im Hörsaal bereits vor einiger Zeit auf Touchscreen-Konsolen umgestellt.

Digitale Technik ermöglicht kürzere Reaktionszeiten

Touchscreen-Bildschirme, Tastatur und Maus. So muss ein Moderner Arbeitsplatz im Bereich der Bodengebundenen Luftverteidigung aussehen. (Quelle: Luftwaffe/Markus Dorfmüller)

Die Kampfbesatzung des Feuerleitstandes besteht aus einem Feuerleitoffizier und einem Feuerleitfeldwebel. Unterstützt werden sie durch einen dritten Soldaten, der unter anderem für die Kommunikation zur Staffelführung und zum Abschusspersonal zuständig ist und das Protokoll führt. Für diese Crew bedeutet die MMS einen noch schnelleren und effektiveren Einsatz der Lenkflugkörper gegen mögliche Bedrohungen aus der Luft. Denn durch die neuen Darstellungsmöglichkeiten werden die zur Kampfführung bereitgestellten Informationen wesentlich übersichtlicher und bieten Potential für weitere Funktionen in der Zukunft (zum Beispiel: 3D-Ansicht). Der vernetzte multinationale Einsatz wird mit der neuen Konfiguration leichter und somit noch effektiver.

Brigadegeneral Gschoßmann beim Probesitzen am neuen Arbeitsplatz der Kampfbesatzung. Moderne Technik und bessere Sitzergonomie für ein konzentriertes und effektives Arbeiten. (Quelle: Luftwaffe/Markus Dorfmüller)

Autor: Markus Dorfmüller

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