Im „Red Baron Inn“ die Seele baumeln lassen

Temperaturen bis zu 35 Grad Celsius wirken auf die rund 140 Soldatinnen und Soldaten bei Blue Flag in Israel ein. Die knallende Sonne über der Negev-Wüste sorgt auch noch im November für durchgeschwitzte Uniformen. Natürlich brauchen die Frauen und Männer da mal eine Pause. Die bekommen sie im „Red Baron Inn“.

Knapp drei Stunden vor dem ersten Start beginnen die Techniker am frühen Morgen mit ihrer Arbeit. Das Ziel ist immer gleich und steht an oberster Stelle – die Einsatzbereitschaft der Eurofighter. Viele Handgriffe und Wartungsarbeiten sind nötig, um den Besatzungen funktionsfähige Flugzeuge zu übergeben.

Besonders die Temperaturen in der Negev-Wüste sind für deutsche Soldatinnen und Soldaten eine Herausforderung. Die starken Sonnenstrahlen brennen mit voller Wucht auf den deutschen Flugbetriebsbereich, wo die sechs Eurofighter abgestellt sind. Schatten ist genauso schwer zu finden wie Regen oder Vegetation.

Das „Red Baron Inn“ bietet den Soldatinnen und Soldaten bei Blue Flag die Möglichkeit, in den Pausen einfach abzuschalten. (Quelle: Luftwaffe/Jane Schmdit)

„Red Baron Inn“ ist eröffnet

Das zerrt an den Kräften und es ist eine Frage der Fürsorge, den Soldatinnen und Soldaten ausreichende Pausenzeiten zu gewährleisten. Verantwortlich dafür ist das sympathische Team um Oberstabsfeldwebel Siebelt de Buhr. Gemeinsam mit Stabsfeldwebel Holger Kerker, Stabsgefreiter Kristina Rothermund, Hauptgefreiter Birte Brechters, Hauptgefreiter Fabia Schepers und dem Zivilangestellten Hartmut Heeren betreibt er das „Red Baron Inn“. So nennen die Richthofener aus Tradition ihren Betreuungsbereich auf Übungen.

Stabsgefreiter Kristina Rothermund ist für ihre Kreativität bekannt und heißt ihre Kameradinnen und Kameraden im „Red Baron Inn“ willkommen. (Quelle: Luftwaffe/Jane Schmidt)

Ohne Filterkaffee geht auch in Israel wenig

In einer kleinen Lagerhalle haben die sechs ihren Shop eingerichtet und liebevoll dekoriert. Neben der israelischen und der deutschen ziert auch die Wittmunder Flagge das „Red Baron Inn“. Bierzeltgarnituren bieten ausreichend Sitzmöglichkeiten. „Täglich kochen wir drei bis vier Pakete Kaffee für unsere Kameraden. Allein morgens in den ersten drei Stunden kochen wir bis zu acht Kannen“, sagt Stabsgefreiter Kristina Rothermund lächelnd.

Kaffee darf auch in Israel nicht fehlen. Zum Selbstkostenpreis wird frisch gebrühter Filterkaffee im „Red Baron Inn“ verkauft. (Quelle: Luftwaffe/Jane Schmidt)

Neben Kaffee können die deutschen Übungsteilnehmer Snacks und kalte Getränke im „Red Baron Inn“ kaufen. Alkohol hingegen ist auf der gesamten israelischen Luftwaffenbasis verboten.

Stabsgefreiter Kristina Rothermund und Hauptgefreiter Fabia Schepers erstellen gemeinsam das Menu des „Red Baron Inn’s“. (Quelle: Luftwaffe/Jane Schmdit)

Auch frisches Obst ist bei den roten Baronen sehr beliebt und wird täglich neu eingekauft. Für Hauptgefreiter Fabia Schepers ist die Zeit in Israel eine Möglichkeit, über ihren Bereich hinauszuschauen. „Ich mag meine Arbeit hier sehr. Solche Kommandos ermöglichen mir, dass ich auch mal die anderen Teile meines Geschwaders kennenlernen kann. Im täglichen Dienst in Deutschland sind wir alle in unserer eigenen Welt. Übungen wie diese sind für mich immer eine tolle Erfahrung“, sagt Schepers und verweist auf die tolle Kameradschaft in der deutschen Truppe.

Hauptgefreiter Birte Brechters druckt jeden Tag die lokalen Zeitungen aus der Heimat aus und legt sie im „Red Baron Inn“ aus. (Quelle: Luftwaffe/Jane Schmidt)

Arbeit muss hier draußen bleiben

In ihrer kleinen „Oase“ in der Negev-Wüste nutzen die Frauen und Männer ihre freie Zeit, um sich auszutauschen oder einfach mal abzuschalten. Dienstliche Gespräche oder gar Arbeit sind in diesem Bereich nicht erwünscht. „Die Lautstärke auf dem Flugbetriebsbereich ist für unsere Kameradinnen und Kameraden eine besondere Belastung. In den wenigen freien Minuten sollen sie auch mal abschalten und sich nicht mit dienstlichen Angelegenheiten beschäftigen müssen“, sagt Oberstabsfeldwebel de Buhr.

Für Oberstabsfeldwebel Siebelt de Buhr ist es das letzte Kommando in seiner aktiven Dienstzeit. (Quelle: Luftwaffe/Jane Schmidt)

Über Umwege ins „Red Baron Inn“

Stabsfeldwebel Holger Kerker ist nur durch einen Umweg in das Team der Betreuung gekommen. In der Heimat ist er in der technischen Fachgruppe Munition eingesetzt und sollte hier einen jungen Kameraden unterstützen, der erstmals an einem großen Kommando teilnimmt. Seine Unterstützung ist allerdings gar nicht von Nöten. „Der Junge macht das so gut alleine, dass er mich nicht braucht und ich das Team der Betreuung unterstützen kann. Das gibt mir die Möglichkeit, deren Aufgaben kennenzulernen und in zukünftigen Manövern auch verantwortlich dafür zu sein“, freut sich Kerker.

Der Erfahrenste im Betreuungsteam ist der Einzige, der keinen Dienstgrad auf seinen Schultern trägt. Hartmut Heeren ist zivil angestellt und seit über 30 Jahren bei der Bundeswehr beschäftigt. Bei vielen Manövern im Ausland übernimmt Heeren die Betreuung. Seine jüngeren Kameraden profitieren dadurch natürlich sehr von seiner Erfahrung.

Das Betreuungsteam bei der täglichen Besprechung mit dem Kontingentspieß. (Quelle: Luftwaffe/Jane Schmidt)

Betreuerin und Fotografin gleichzeitig

Hauptgefreiter Birte Brechters hat noch eine weitere wichtige Funktion. Als Fotografin des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 „Richthofen“ dokumentiert sie die Arbeit ihrer Kameradinnen und Kameraden.

Hauptgefreiter Brechters ist als Geschwaderfotografin auch in Israel bei Blue Flag mit ihrer Kamera im Einsatz. (Quelle: Luftwaffe/Jane Schmidt)

In Deutschland werden ihre Bilder und Texte an regionale Zeitungen zur Veröffentlichung weitergegeben. „Blue Flag bietet mir die Möglichkeit, über den Tellerrand hinauszuschauen. Die Kombination aus Betreuung und Fotografie bereitet mir große Freude“, schwärmt Brechters über ihre Doppelfunktion. Außerdem wirkt Brechters in der Heimat bei der Erstellung der vierteljährlich erscheinenden Geschwaderzeitung „Richthofen Info“ mit.

Birte Brechters macht der Job als Betreuerin und Fotografin große Freude. (Quelle: Luftwaffe/Jane Schmidt)

Für Oberstabsfeldwebel Siebelt de Buhr ist es das letzte Kommando in seiner langen Dienstzeit. In wenigen Monaten wird er in seinen Ruhestand versetzt. Über die Zukunft der Betreuung braucht er sich aber keine Sorgen zu machen. Seine Nachfolger sind bereits jetzt schon an seiner Seite und machen einen fantastischen Job.

Autor: Stephan Jeglinski

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