Erster Gedankenaustausch
Bonn, 08.02.2012
Zu einem ersten Gedankenaustausch trafen sich der Bundesvorsitzende, Oberst Ulrich Kirsch und der Vorsitzende Luftwaffe, Oberstabsfeldwebel Andreas Hubert, des Deutschen Bundeswehrverbandes (DBWV) und der Präsident der Interessengemeinschaft Deutsche Luftwaffe (IDLw),Generalmajor a.D. Winfried Gräber, in den Geschäftsräumen des DBWV in Bonn.
Generalmajor a.D. Winfried Gräber
In einem offenen und kameradschaftlich geführten Gespräch wurden besonders die mit der Bundesehrreform einhergehenden menschlichen und damit sozialen Herausforderungen der Soldatinnen/ Soldaten, zivilen Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter aber auch der betroffenen Familienangehörigen erörtert. Hierbei ging es nicht nur um den erforderlichen finanziellen Ausgleich der entstehenden Mehrbelastungen für die Familien, sondern auch um die Einbettung der sog. Soldatenfamilien in unsere Gesellschaft. Einigkeit bestand darüber, dass Familie und Beruf nicht nur ein Thema für sog. „Sonntagsreden“ sein darf, sondern in der Praxis gelebt werden muss. Davon ist aber der militärische Bereich der Bundeswehr noch weit entfernt. Unter den Erfordernissen der Auslandseinsätze wird aber dieses Thema –auch aus Attraktivitätsgründen zur Nachwuchsgewinnung- eine immer bedeutendere Rolle einnehmen. KiTa-Einrichtungen in den Kasernen mit flexiblen Öffnungszeiten, Teilzeitarbeit und Heimarbeitsplätze, Betreuungseinrichtungen, die nicht nur der Verpflegungsaufnahme dienen und die umfassenden Einbeziehung der Familie in die Fürsorgeverpflichtung des Bundes gegenüber seinen Soldatinnen und Soldaten sind nur beispielhaft Ansätze für gemeinsame Aktivitäten in Berlin und Bonn von DBWV und IDLw.
Das zur Zeit sehr kontrovers diskutierte Thema „Bewirtschaftete Betreuung“ wurde ausführlich erörtert. Das seit über 50 Jahren erfolgreich zum Wohle des Dienstherrn und der betroffenen Bundeswehrangehörigen mit ihren Familien praktizierte „Selbstbewirtschaftungsverfahren“ in Offizier- und Unteroffizierheimen wird nun rein fiskalisch in Frage gestellt. Abgesehen davon, dass das bislang geübte Verfahren auch eine Tradition in unseren modernen Streitkräften darstellt und die Eigeninitiative von Offizieren und Unteroffizieren der Bundeswehr unseren Erziehungszielen des Führungsnachwuchses zur Befähigung zur Wahrnehmung der Auftragstaktik entspricht, wurde durch die aktive Einbeziehung von Ehepartnern und Angehörigen der Soldaten in die Vorstandsarbeit der eigenbewirtschafteten Offiziersheime, auch ein wichtiger Beitrag zum Thema „Familie und Beruf“ und zur Integration der Streitkräfte in die Gesellschaft geleistet. Wie könnte eine Identifikation mit dem heute lebensgefährlichen Beruf des Soldaten und somit die Unterstützung des Partners/der Partnerinnen im Auslandseinsatz besser erfolgen, als im „familiären“, kameradschaftlichen Umfeld der eigenbewirtschafteten Offizier- und Unteroffizierheime. Wer diese Erfolgsgeschichte der Deutschen Bundeswehr aufgibt, greift auch in den Bereich der Inneren Führung ein , die den selbständigen, mündigen und mit Verantwortung ausgestatteten Staatsbürger will. Nicht alles was fiskalisch oder wirtschaftlich begründbar ist, ist auch sinnvoll und zielführend. Zum Abschluss des Gesprächs lud der Präsident IDLw, Herrn Oberst Kirsch und Herrn Oberstabsfeldwebel Hubert, die beide ordentliche Mitglieder im IDLw sind, zum „Militärhistorischen Seminar der Luftwaffe“ nach Potsdam ein. Ziel der IDLw ist es, die Geschichte unserer Luftwaffe seit ihrer Aufstellung 1955/1956 bis heute in den Mittelpunkt der Untersuchungen und Erörterungen zu stellen. Die besonderen Verdienste von Männern und Frauen dieser Zeit sollten ebenso erforscht, diskutiert und dann auch dokumentiert werden, wie rüstungstechnische Entwicklungen, Partnerschaften mit anderen Staaten und die besonderen Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Mit der Herausgabe des ersten Buches „Die Luftwaffe in der Moderne“ im November 2011, soll eine Buchreihe entstehen, die als Bildungs- und Weiterbildungsangebot – nicht nur für Luftwaffenangehörige- gedacht ist. Oberst Kirsch begrüßte ausdrücklich diesen Ansatz und sagte seine Teilnahme zu.
Nach fast zwei Stunden trennte man sich mit der eindeutigen Absichtserklärung diese Dialoge in Berlin oder Bonn fortzusetzen zum Wohle der Angehörigen der Bundeswehr aber auch zum Wohle unserer Gesellschaft.













