„Joined and Combined“: multinational voneinander lernen

„Joined and Combined“: multinational voneinander lernen

Voneinander lernen, teilstreitkraftübergreifend und multinational: Das ist das Ziel und gleichzeitig die große Herausforderung der Übung JAWTEX. Es fliegen österreichische und slowenische Hubschrauber Seite an Seite, starten ungarische „Gripen“ und finnische „F-18“ gemeinsam zu ihren Einsätzen, deutsche und US-amerikanische Offiziere planen die Missionen des nächsten Tages. Und die Zusammenarbeit klappt auf allen Ebenen.

 

Holzdorf – „Joint und Combined“, das sind häufig genutzte Schlagworte in den Streitkräften der heutigen Zeit. Gemeint ist damit die teilstreitkraftübergreifende und die multinationale Zusammenarbeit. Beides steht im Mittelpunkt der Übung JAWTEX 2014. Die Multinationalität dieser Übung ist nicht nur durch die zwölf Flaggen vor dem Hauptquartier in Holzdorf sichtbar, sondern auch durch die tägliche Zusammenarbeit von Soldaten verschiedener Nationen – wie im Gefechtsstand genauso so auch in der Luft.

 

Eingewöhnungsflüge
Geradezu idyllisch liegt der Fliegerhorst Holzdorf, nur das Rauschen des Windes ist zu hören. Bis plötzlich das markante Geräusch von Hubschrauberrotoren die Stille durchbricht. Am Horizont werden sie immer deutlicher sichtbar, wie an einer Perlenkette hintereinander aufgereiht: eine deutsche „CH-53“, gefolgt von einer slowenischen „Cougar“, zwei österreichischen „Black Hawk“ und zwei weiteren „Cougar“ der Schweizer Luftwaffe. Die sechs Maschinen operieren von Holzdorf aus im Rahmen von JAWTEX, sie haben gerade ihre ersten Eingewöhnungsflüge hinter sich gebracht.

 

Neuland
„Für uns ist das hier absolutes Neuland“, erklärt Hauptmann Elmar Gart unmittelbar nachdem er die Triebwerke seines Black Hawk-Hubschraubers abgestellt hat. Hauptmann Gart ist Pilot beim österreichischen Bundesheer. An der ELITE-Übungsreihe hat er bereits teilgenommen, „aber hier ist die Übung sehr viel breiter angelegt“. Taktischer Lufttransport, das ist der Auftrag der Hubschrauberbesatzungen, bei Nacht und auch im Tiefflug. „Das ist die besondere Herausforderung dabei“, so Hauptmann Gart, „und macht auch den besonderen Reiz aus.“

 

Einsatz als Formationsführer
Dies betont auch Hauptmann Stephan Oberhauser, der bei der Schweizer Luftwaffe den Transport-Hubschrauber „AS532UL Cougar Mk1“ fliegt. An der Lagekarte bereitet er sich gerade auf die Mission des nächsten Tages vor, bei der er der Formationsführer sein wird. Zwar hat Oberhauser schon Erfahrungen bei „ELITE“ und auch im KFOR-Einsatz sammeln können, aber JAWTEX ist für ihn trotzdem etwas ganz Besonderes. „Gerade das Fliegen im multinationalen Verband ist eine große Herausforderung“, so Hauptmann Oberhauser, der vor allem die Voraussetzungen im norddeutschen Luftraum schätzt. „Das Übungsgebiet bietet tolle Möglichkeiten, vor allem für den Tiefflug“, so der Offizier. In dieser Form seien Übungen in der Schweiz überhaupt nicht möglich. Hauptmann Oberhauser ist überzeugt davon, dass er mit vielen neuen Erfahrungen zum Ende der Übung in die Schweiz zurückkehren wird.

 

Bündelung der Kräfte
Das Bündeln aller Kräfte steht für Lieutenant Colonel Steacy W. Housholder im Mittelpunkt dieser Übung. „Wir haben alle das gleiche Problem“, betont der US-Offizier: „Immer weniger Geld und immer weniger Soldaten.“ Die künftigen sicherheitspolitischen Herausforderungen könne man nur zusammen meistern. „Jedes Land bringt seine ganz spezifischen Fähigkeiten mit ein“, so Housholder, wichtig sei es daher, dass die Partner die Fertigkeiten der jeweiligen Verbündeten kennen. Obwohl die US-Luftwaffe regelmäßig eigene große Übungen in den Vereinigten Staaten durchführt, sei JAWTEX dennoch sehr wichtig. „Der europäische Luftraum ist sehr viel komplexer und stellt damit eine viel größere Herausforderung dar“, so Lieutenant Colonel Housholder: „JAWTEX ist genau die Übung, die wir gebraucht haben.“ Die Voraussetzungen in Holzdorf seien gut, lediglich die räumlichen Kapazitäten für die Aufnahme eines Übungsgefechtsstandes und seines Personals könnten noch optimiert werden. „Vielleicht“, blickte der Stabsoffizier in die Zukunft, „können Kalkar mit der Air C2-Ausbildung, Ramstein mit dem NATO-Hauptquartier und Holzdorf als Trainingscenter für gemeinsame Übungen eines Tages ein wichtiges Dreieck bilden.“

 

Gute Beziehungen
Im Gefechtsstand und auch in der Luft bilden die verschiedenen Nationen schon nach wenigen Tagen eine gemeinsame Einheit. Österreicher und Slowenen fliegen Seite an Seite mit ihren Hubschraubern, finnische „F-18“ und ungarische „Saab Gripen“ starten gemeinsam in Schleswig zu ihren Kampfeinsätzen und im Gefechtsstand in Holzdorf planen US-Offiziere gemeinsam mit ihren deutschen Kameraden die Missionen für den kommenden Tag. „Gute Beziehungen sind die Basis für den Erfolg“, so Lieutenant Colonel Steacy W. Housholder, „vom Gefreiten bis zum General.“

 

Autor: Klaus Sattler/Luftwaffe
Foto: Niels Juhlke, Alexander Feja/Luftwaffe

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