Kampfstaffel weicht aus

Kampfstaffel weicht aus

Feindliche Kräfte zwingen die NATO Truppen in die Defensive. Die Echo-Kampfstaffel des AMD-Moduls (Air Missile Defence) hat den Auftrag, in eine südlichere Stellung auszuweichen, um von da die Luftraumsicherung wieder aufzunehmen. In dieser Zeit übernimmt die bei Rena stationierte Alpha-Staffel den Luftraumschutz der verbündeten Bodenkräfte.

Schnell muss es gehen. Feindliche Kräfte starten eine Großoffensive und verzeichnen großläufige Gebietsgewinne im Norden Norwegens. Das bedeutet auch, dass die Soldatinnen und Soldaten der Patriot-Flugabwehrkräfte nach Süden ausweichen müssen. In dieser Zeit sorgt die bei Rena stationierte Alpha-Staffel für den Luftraumschutz. Damit schützt sie die verbündeten Truppen vor feindlichen Luftangriffen.

Die Echo-Staffel der “Patrioten” baut ihre Stellung ab, um in den Süden auszuweichen. (Quelle: Luftwaffe/Kevin Schrief)

 

Die Einsatzbereitschaft schnell wiederherstellen

In der neuen Stellung angekommen, arbeiten alle Soldatinnen und Soldaten der Echo-Staffel daran, die Einsatzbereitschaft schnellstmöglich wiederherzustellen. Fähnrich Sebastian A. ist als Feuerleitoffizier im Feuerleitstand eingesetzt. An seiner Seite ist Hauptfeldwebel Matthias D. Gemeinsam sind sie für die Bekämpfung feindlicher Bedrohungen aus der Luft verantwortlich. „Meine Aufgabe ist es, Luftziele auszuwerten und Freund von Feind zu unterscheiden.“, erklärt Sebastian A. Im Gegensatz zu vielen ihrer Kameraden müssen die beiden in dem geschützten Gefechtsstand nicht frieren. Es ist angenehm warm. Um zu entscheiden, welche auf dem Radar auftauchenden Ziele eine Bedrohung darstellen, nutzen der Fähnrich und seine Crew eine sogenannte „Freund-Feind-Erkennung“. Das Radar sendet ein Signal mit einer Abfrage, die durch das Luftziel beantwortet wird. „Eine falsche oder gar keine Antwort deutet stark auf eine feindliche Bedrohung hin.“, erklärt Matthias D.

Hauptfeldwebel Matthias D. und Fähnrich Sebastian A. vor ihrem Arbeitsplatz – dem Feuerleitstand. (Quelle: Luftwaffe/Dagmar Benner)

 

Einfacher Tastendruck mit gewaltiger Verantwortung

In diesem Fall erhält der Feuerleitfeldwebel durch die übergeordneten Gefechtsstände den Bekämpfungsbefehl. Matthias D. wertet den Befehl aus und übermittelt ihn an seinen Offizier Sebastian A. Der überprüft ein letztes Mal alle Daten und erst, wenn er sich absolut sicher ist, dass es sich bei dem Ziel um eine Gefahr handelt, erteilt er den Feuerbefehl. Den führt Matthias D. anschließend aus. Als Feuerleitfeldwebel ist er schließlich derjenige, der die Zielbekämpfung durch drücken des „roten Knopfes“ einleitet. „Durch die langwierige und intensive Ausbildung, denkt man im entscheidenden Moment weniger darüber nach, als man meinen sollte. Hört man jedoch aus der Kabine den Knall bei einem scharfen Schuss, wird man schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und wird sich seiner enormen Verantwortung bewusst.“, berichtet Matthias D. aus langjähriger Erfahrung.

Zusammen bilden Sebastian A. und Hauptfeldwebel Matthias D. das Team, das für die Zielbekämpfung zuständig ist. (Quelle: Luftwaffe/Kevin Schrief)

 

Im Verbund wirkungsvoll

„Die Erfolgsaussichten, Flugziele wirksam zu bekämpfen, sind sehr hoch.“, verspricht Sebastian A. Das Waffensystem Patriot arbeitet, je nach Einsatzszenario, in einem Verbund aus mehreren Staffeln. Dazu gehören neben den Startgeräten – den Launchern auch Radarsysteme, Feuerleitstände und Stromgeneratoren. Während der Übung benötigt die Echo-Staffel für ihre Stellung pro Tag rund 600 Liter Polar-Diesel. Einen speziellen Treibstoff, der bis zu -40 Grad Celsius nutzbar ist.

Das sogenannte „Dreigestirn“ besteht aus Radar, Feuerleitstand und Stromgenerator. (Quelle: Luftwaffe/Dagmar Benner)

 

Ausbildung in den Vereinigten Staaten

Die Ausbildung der beiden Patriot-Spezialisten fand hauptsächlich in den USA statt. Hauptfeldwebel Matthias D. lernte in Texas und in Oklahoma 18 Monate lang alles, was er über sein Waffensystem wissen muss. Übungen wie Trident Juncture oder das taktische Schießen auf Kreta sind enorm wichtig, um Erfahrungen mit diesem hochmodernen Waffensystem zu sammeln. „Alles läuft hier unter realistischen Einsatzbedingungen. Das geht über die eigentliche Luftraumsicherung und das taktische Verlegen hinaus. Die Unterkunft aller beteiligten Soldaten und auch die Betreuung ist so ausgelegt, wie sie in einem scharfen Einsatzszenario wäre.“, erklärt Sebastian A.

 

Bis zur ersehnten Heimkehr hoch motiviert

Es ist den Soldatinnen und Soldaten der FlaRak generell anzumerken, wie überzeugt sie alle von ihrem Waffensystem sind und wie motiviert sie ihren Auftrag bei Trident Juncture erfüllen. Und trotzdem sind alle froh, nach den anstrengenden Wochen im kalten Norwegen, wieder nach Hause zu ihren Freunden und Familien zu kommen. Matthias D. freut sich am meisten auf seine Frau Elisa und seinen Sohn Albert. Sebastian A. wiederum hat ganz andere Pläne. „Ich werde bestimmt erst mal eine ganze Stunde heiß duschen und anschließend mit meinen Freunden zu Hause um die Häuser ziehen.“, sagt er grinsend.

 
Autor: Stephan Jeglinski/Luftwaffe

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