Kolloquium Aeronautical Engineering – „Daten sind das Gold der Zukunft“

Kolloquium Aeronautical Engineering – „Daten sind das Gold der Zukunft“

Unter dem Titel „Aktuelle Bedrohungen im Bereich der Cybersicherheit von vernetzten Systemen“ hat Studiengangsleiter Prof. Andreas Hupfer für das Kolloquium Aeronautical Engineering die leitende Direktorin des Forschungsinstituts CODE Prof. Gabi Dreo Rodosek eingeladen.

Sie berichtete  im gut gefüllten Audimax über ihre Erfahrungen und Forschung im Bereich Cyber-Resilienz. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Interessensgemeinschaft Deutsche Luftwaffe e.V. (IDLw e. V.) und dem Arbeitskreis Reserveoffiziere der Luftwaffe Süd (AKROLw Süd) statt. Neben den anwesenden Studierenden waren 200 Gäste geladen. Unter ihnen Florian Hahn, MdB und Vizepräsident der IDLw e. V, der die Veranstaltung eröffnete.

Kehrseite der Digitalisierung

Bedrohungen im Bereich Cybersicherheit von vernetzten Systemen – ein Themenfeld, in dem sich Prof. Dreo bestens auskennt, wie Bundestagsmitglied Florian Hahn feststellte. Seit zwei Jahren ist sie leitende Direktorin des Forschungsinstituts CODE, in dem sie bereits seit 2013 als Sprecherin engagiert ist. Hahn betonte, dass die Universität der Bundeswehr viel tue, um die Sicherheit in vernetzten Systemen voranzutreiben. Denn „wenn wir heute über Cybersicherheit sprechen, sprechen wir über die Kehrseite der Digitalisierung“. Nur im Zusammenspiel von Wissenschaft, Politik und Industrie sei es möglich, die digitale Sicherheit zu erhöhen und Cyberkriminalität zu bekämpfen.

„Wir vernetzen alles, was vernetzt werden kann.“

Die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) ist heute in allen Bereichen der Gesellschaft von zentraler Bedeutung. Wie sich aktuelle Bedrohungen für vernetzte Systeme im Allgemeinen und Luftfahrzeugsysteme im Besonderen gestalten (beispielsweise im Bereich der Drohnenabwehr) und welche Möglichkeiten der Detektion und Prävention es gibt, hat Prof. Dreo in ihrem Vortrag anschaulich beleuchtet.

Wie bedeutend diese Forschung ist, machte sie gleich zu Beginn klar: Bis zum Jahr 2020 wird es um die 50 Milliarden vernetzter Geräte geben. Die Menge an unstrukturierter, selbstproduzierter Daten steige im gleichen Zeitraum ebenfalls exponentiell weiter: „Wir vernetzen alles, was vernetzt werden kann.“ Somit erweitern sich jedoch auch die Angriffsflächen rasant. Als großes Problem macht sie die fehlende Strategie bei der Entwicklung von vernetzten Systemen verantwortlich. Der Sicherheitsaspekt werde oft erst im Nachhinein beachtet. Eine nachträgliche Sicherheitsstrategie sei jedoch immer anfälliger als eine von Anfang an auf das System angepasste und entwickelte.

Oberst d.R.  Andreas Gruber, Florian Hahn, MdB, Prof. Gabi Dreo Rodosek und Prof. Andreas Hupfer ,Winfried Gräber Ehrenpräsident IDLw(v. l. n. r.)
Oberst d.R. Andreas Gruber, Florian Hahn, MdB, Prof. Gabi Dreo Rodosek und Prof. Andreas Hupfer ,Winfried Gräber Ehrenpräsident IDLw(v. l. n. r.) Bildquelle: Universität der Bundeswehr München

Neubiberg im Zentrum des vernetzten Europas

Das Smartphone kommuniziert mit dem Smart Home. Mit dem smart car komme ein weiteres vernetztes System hinzu, das sich mit Smartphone und intelligentem Zuhause austauscht. Eine kurze Umfrage im Audimax zeigt: Kaum jemand nutzt Virenscanner am Smartphone. Ein Angriff auf dieses scheint laut Dreo für viele noch „harmlos“. Doch wird das Handy mit dem smart car verbunden, kann Malware auch auf das Auto übertragen werden. Ein mögliches Szenario? „Stellen Sie sich vor, sie wollen bremsen und eine Schadware lässt es beschleunigen!“ IT-Technik entwickelt sich genauso kontinuierlich weiter wie mögliche digitale Angriffsflächen. „Daten sind das Gold der Zukunft“, so Prof. Dreo. Wie digital souverän ist Europa? Und was sind die notwendigen Schritte für mehr digitale Souveränität? Diesen Fragen müsse Europa sich stellen, um nicht zwischen den „Großen“ der Digitalisierung, wie sie die USA und Asien nennt, unterzugehen. Um diese Forschung voranzutreiben wurde Anfang des Jahres das EU-Projekt CONCORDIA gegründet, das vom Forschungsinstitut CODE koordiniert wird. „Wir vernetzen ganz Europa von Neubiberg aus“, erklärt Prof. Dreo. Ziel sei es, Cybersicherheitszentren in Europa zu vernetzen und IT-Kompetenzen zu bündeln. Bereits mehr als 55 Partner beteiligen sich am Projekt.

Großes Interesse bei den Studierenden

Prof. Dreo stellte sich anschließend zahlreichen Fragen aus dem Publikum. Die Studierenden und auch die Gäste waren mit großem Interesse dabei. Prof. Hupfer betonte noch einmal, dass Prof. Dreo und ihr Vortrag eine große Bereicherung für das Kolloquium gewesen sei. So wurde deutlich, wie vernetzt die Systeme auch im Kleinen bereits sind und welche Gefahren dadurch entstehen können.

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