Luftwaffe diskutiert Herausfordungen von ferngesteuerten Luftfahrzeugen auf der ILA 2014

Luftwaffe diskutiert Herausfordungen von ferngesteuerten Luftfahrzeugen auf der ILA 2014

Die ILA beeindruckt durch ihre zahlreiche Flugvorführungen und die vielen ausgestellten Luftfahrzeuge. Daneben bietet die ILA aber auch eine hervorragende Plattform, um sich über aktuelle Themen der Luft- und Raumfahrt auszutauschen. Am Donnerstagnachmittag hatte die Luftwaffe zahlreiche Experten aus Militär, Politik, Wirtschaft und den Medien in das ILA Conference Center eingeladen. „Ferngesteuerte Luftfahrzeuge: Herausforderungen für die Zukunft“ lautete das Thema des Symposiums, das gemeinsame mit der Interessengemeinschaft Deutsche Luftwaffe e.V (IDLw) veranstaltet wurde. „Ich freue mich, dass sie hier sind. Ferngesteuerte Luftfahrzeuge sind ein hoch aktuelles, aber auch politisches Thema!“ Mit diesen Worten begrüßte der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, den bis auf den letzten Sitz gefüllten Saal. Zu Beginn des ersten Panels erläuterte der Kommandeur des Kommandos Einsatzverbände Luftwaffe, Generalleutnant Martin Schelleis, die „Rolle von Luftstreitkräften im politischen Instrumentarium“. Schelleis betonte dabei die Vorteile von ferngesteuerten Luftfahrzeugen wie längere Stehzeiten, größere Raumabdeckung und die „Permanent Engagement Capabilty zum Schutz eigener Kräfte.“ Er distanzierte sich dabei klar von extralegaler Tötung, Einsatz ohne Mandat oder „Targeted Kiling“. Prof. Dr. Pommering forderte, dass wir unseren Soldaten in den Einsätzen das beste Material an die Hand geben müssen, was verfügbar sei. „Schutz steht über allem“. Dr. Niklas Schörnig von der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung gab zu bedenken, dass der Einsatz solcher Systeme gegen Missbrauch zu sichern sei und es eine politische Eingrenzung geben müsse. Thomas Kachel (Die Linke) mahnte auch mit Blick auf die deutsche Außenpolitik, die politische Debatte nicht abzuwürgen. Felix Pahl (Die Grünen) forderte mit Hinweis auf das Völkerrecht eine globale Debatte, um Regeln festzulegen, welche Systeme es geben darf und soll. Der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 „Immelmann“, Oberst Hans-Jürgen Knittlmeier, wies auf die guten Einsatzerfahrungen der Luftwaffe mit ferngesteuerten Luftfahrzeugen hin und stellte deren Schutzfunktion in den Vordergrund. Die lebhafte Diskussion wurde durch den Journalisten Rolf Clement moderiert.

 

Das zweite Panel beleuchtete die zentralen Themen Luftverkehrsrecht und Zulassung von ferngesteuerten Luftfahrzeugen. Generalmajor Dr. Ansgar Rieks erläuterte die Aufgaben und Struktur des in der Aufstellung befindlichen Luftfahrtamt Bundeswehr. Zukünftig wird eine ganzheitlich Betrachtung von Recht, Planung, Technik, Luftraumnutzung, Fähigkeitsspektrum und Einsatzaspekten geben. Extra aus den USA angereist nahm Frank Grimsley des US Air Force Life Cycle Management Center teil. Als einer der Hauptverantwortlichen für die militärische Zulassung von ferngesteuerten Luftfahrzeugen in den USA berichtete er von seinen Erfahrungen. Weitere Teilnehmer des Panels waren Michael Walz, Airbus Defence and Space, Prof. Dr. iur. Elmar Giemulla, Honorarprofessor für Luftrecht TU Berlin, sowie Wolfgang Steiger, der WTD 61.

 

Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um zukünftig ferngesteuerte Luftfahrzeuge analog zu bemannten einsetzen zu können. Thomas Wiegold, vielen bekannt als Betreiber des Blogs augengeradeaus.net, führte durch das Thema. Ausrichter des Symposiums war die Abteilung 1 des Kommando Luftwaffe. Der Abteilungsleiter, Brigagdegeneral Stefan Perschke, zeigte sich mit dem Ergebnis der Veranstaltung sehr zufrieden und bedankte sich abschließend bei allen Teilnehmern.

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