Neuer Gefechtsstand für die Luftwaffe im Einsatz

Die Luftwaffe ist seit Ende 2015 Teil der internationalen Koalition im Kampf gegen den sogenannten „Islamischen Staat“ im Nahen Osten. Herzstück des Einsatzes ist der Gefechtsstand, in dem sämtliche fliegerischen Missionen vor- und nachbereitet werden. In Fürstenfeldbruck wurde jetzt ein neuer Gefechtsstand präsentiert, der in Kürze an das Einsatzkontingent in Al-Asrak übergeben wird.

Der Einladung zur Präsentation der Industrie, einem Konsortium aus ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH und steep GmbH, folgten der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz und die Präsidentin des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw), Gabriele Korb gern. Handelt es sich doch bei der Realisierung dieses Projektes um eine Erfolgsgeschichte.

 

Missionsführung, Planung und Auswertung unter einem Dach. Der neue Gefechtsstand ist zweistöckig und voll klimatisiert. (Quelle: Luftwaffe/Eduard Wagner)

Beispielgebende Zusammenarbeit

Gerade vor dem Hintergrund, dass der Gefechtsstand zunächst für die Verlegung in die Türkei vorgesehen war und im Verlauf der Umsetzung noch funktionelle Forderungen hinzukamen, „ist die Realisierung des Projektes von April 2017 bis heute – also in nur anderthalb Jahren – eine echte Erfolgsgeschichte und beispielgebend“, so Präsidentin Korb in ihrem Grußwort. 15 verschiedene Verträge hätten dazu in verschiedenen Abteilungen des BAAINBw geschlossen und miteinander verknüpft werden müssen, bevor der zentrale Hauptvertrag im Dezember 2016 ausgeschrieben und mit den ausführenden Firmen im April 2017 geschlossen werden konnte. Allen Beteiligten, so Korb weiter, gelte daher für die gute Zusammenarbeit bei der Realisierung ihr ausdrücklicher Dank. Dabei hob sie den Anteil derjenigen, die künftig mit dem System arbeiten werden, besonders hervor: „Ohne die Zu- und Mitarbeit der Luftwaffe wäre dies nicht möglich gewesen.“

 

Die Präsidentin des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, Frau Gabriele Korb, spricht von einer Erfolgsgeschichte. (Quelle: Luftwaffe/Eduard Wagner)

Deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen

In Fürstenfeldbruck wird der Gefechtsstand zurzeit gemeinsam von Luftwaffe und Industrie technisch eingerüstet, etlichen Funktionstests für den Einsatz unterzogen und für den anstehenden Transport nach Jordanien vorbereitet. Dort soll er im Januar nächsten Jahres aufgebaut und an das Einsatzkontingent übergeben werden. Für die Soldaten im Einsatz bringt er eine mehr als deutliche Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen. Ihr aktueller Gefechtsstand besteht aus einzelnen Containern, die mit einem Zelt miteinander verbunden sind. Briefingcontainer, die den hohen Standards an die Abhörsicherheit entsprechen, sind klein und eng, der Wüstensand ist im Innern des im Sommer überheizten Zeltes, das die einzelnen Container miteinander verbindet, fast überall.

 

Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, lobt die verbesserten Arbeitsbedingungen. (Quelle: Luftwaffe/Eduard Wagner)

„state of the art“-Technologie

Zukünftig werden sie auf 45 x 27 Metern und in zwei Stockwerken des durchgängig klimatisierten und abhörsicheren Containerbaus die Führung des Einsatzes sowie die fliegerische Missionsplanung und -auswertung „unter einem Dach“, umsetzen können. Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, sieht der Übergabe des Gefechtsstandes in Al-Asrak mit großen Erwartungen entgegen, schließlich ist die „Führungsfähigkeit im Einsatz“ der Schlüssel zur Auftragserfüllung. Wichtig ist ihm auch, dass sich die Arbeitsbedingungen für seine Soldaten in Jordanien verbessern. „Wir verlangen in diesem Einsatz, der ja nun schon fast drei Jahre andauert, sehr viel von unseren Frauen und Männern. Die Bedingungen im derzeitigen Gefechtsstand, der ja auch bereits den Umzug nach Jordanien hinter sich hat, stehen in keinem Verhältnis zu den sehr guten Leistungen der fliegenden Besatzungen und all derer, die sie vor, während und nach den Missionen unterstützen.“ Es sei daher gut und richtungweisend, dass der neue Gefechtsstand in Kürze das bestehende Portfolio an mobilen Führungssystemen in der Luftwaffe mit „state of the art“-Technologie in Sachen Informationstechnik und Schutz ergänze.

Ein typischer Arbeitsbereich im neuen Gefechtsstand. Wesentlich mehr Platz als im Vorgängermodell. (Quelle: Luftwaffe/Eduard Wagner)

Wertvolle Erkenntnisse für die Zukunft

Im Vorfeld des bis Ende Januar geplanten Aufbaus werden Mitarbeiter der Firma Steep noch im November nach Al-Asrak reisen und das Kontingent bei den weiteren Vorbereitungen unterstützen. Ab Februar 2019 soll dann der neue Mobile Gefechtsstand den bisherigen ersetzen.

Während anschließend die Bestandteile des im Einsatz befindlichen Gefechtsstands nach Deutschland zurückgeführt und schnellstmöglich vor allem für Übungen instandgesetzt werden sollen, versprechen sich Luftwaffe und ihr Inspekteur noch mehr. „Der mehrmonatige, unmittelbare Einsatz des neuen und technologisch deutlich aufgewerteten Systems in einem realen Szenario wird uns wertvolle Erkenntnisse für Betrieb und zukünftige Einsätze liefern“, zeigt sich Gerhartz überzeugt. Damit sei das Projekt ein doppelter Gewinn für die Luftwaffe.

 

Zwei Soldaten des Führungsunterstützungssektors 1 weisen Frau Korb und Generalleutnant Gerhartz in den neuen Gefechtsstand ein. (Quelle: Luftwaffe/Eduard Wagner)
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