RAT-31 – Vorbereitung für Einsatz im Irak

RAT-31 – Vorbereitung für Einsatz im Irak

Auch in Zeiten von Corona erfüllen die Soldatinnen und Soldaten des Einsatzführungsbereich 3 in Schönewalde ihren Auftrag und bereiten sich und die Technik im Rahmen einer NATONorth Atlantic Treaty Organization-Mission auf die Verlegung des Großraumüberwachungsradars in den Irak vor.

Das Großraumradarsystem RAT-31 DL/MD-Band long range / mobil ist transportabel und kann weltweit aufgestellt werden, um den Luftraum zu überwachen (Quelle: Bundeswehr/Benjamin Albert)

Nachdem das Bundeskabinett am 11. März 2020 endgültig beschlossen hatte, deutsche Tornado-Aufklärungsjets aus dem Irak abzuziehen, bereitet sich die deutsche Luftwaffe auf neue Aufgaben im Irak vor. Mit der Neuausrichtung des Einsatzes „Counter Daesh/Capacity Building Iraq“ kommt dem Einsatzführungsbereich 3 mit der Einsatzgruppe verlegefähig dabei eine tragende Rolle bei. Der Verband soll noch innerhalb dieses Jahres ein Luftraumüberwachungsradar in den Irak verlegen. Ziel des Einsatzes ist es, im irakischen Luftraum Luftfahrtzeuge und Raketen möglichst frühzeitig zu identifizieren, um so das Lagebild verbündeter Streitkräfte zu vervollständigen und damit die Stabilität in der Region zu erhöhen.

Die Schießausbildung ist auch Teil der Vorbereitungen für die Soldatinnen und Soldaten für den Einsatz im Irak (Quelle: Bundeswehr/Valentin Kroll)

Aufgrund der Kürze der Vorbereitungszeit und trotz der COVID-19Coronavirus Disease 2019-Pandemie laufen die Einsatzvorbereitungen im Einsatzführungsbereich 3 gerade auf vollen Touren. So muss vor der Verlegung in den Irak nicht nur das Material auf Herz und Nieren geprüft werden, sondern auch die Soldatinnen und Soldaten auf die Besonderheiten des Einsatzes so vorbereitet werden, dass sie unter den zu erwartenden Bedingungen den Auftrag bestmöglich erfüllen können. Denn eines ist klar, neben der Erfüllung des Auftrages ist das wichtigste Ziel aller Verantwortlichen , dass alle Kameraden wieder unversehrt nach Deutschland zurückkehren.

Schnell, flexibel und weltweit einsetzbar

Das mobile Radarsystem RAT-31 DL/MD-Band long range / mobil (RAT steht für Radar Avistamento Terrestre, eine italienische Bezeichnung für „Bodengebundenes Aufklärungsradar”, die Buchstaben DL/MD-Band long range / mobil bedeuten D-Band, Long Range und Mobile) und die dazugehörigen Komponenten (Stromversorgung, Datenverarbeitungsanlagen) sind auf geländegängigen Lastkraftwagen transportabel. Sie werden je nach Einsatzerfordernissen in die im Vorfeld erkundeten Radarstellungen transportiert. Das Radarsystem besteht aus einer einklappbaren Antenne, einem Gerätebehälter und einer eigenen Energieversorgung. Die Komponenten sind in 20-Fuß-ISOInternational Organization for Standardization-Containern untergebracht und bei Bedarf lufttransportfähig. Diese Konfiguration erlaubt eine schnelle Verlegefähigkeit und hohe Mobilität.

Das Radargerät hat sich bereits im Ausland bewiesen: 2016 wurde es im Baltikum aufgebaut (Quelle: Bundeswehr/Stefan Remmler)

Der Aufbau und die Inbetriebnahme des Großraumradarsystems kann bei Vorliegen aller notwendigen Rahmenbedingungen innerhalb weniger Stunden durch das eingespielte Team der Einsatzgruppe verlegefähig realisiert werden.

Hohe Aufklärungsreichweite

Das Hochleistungsradar mit einer Antennenfläche von 32 m² (6,1 x 5,25 m) arbeitet mit 32 Reihen zu 30 Dipolen sowie 32 Sende-/Empfangseinheiten mit je 2 kW Sendeleistung. Die 360°-Rundum-Suche erfolgt mit drei unabhängigen Radarstrahlen (Beams) bei 6 Umdrehungen pro Minute. Das Gerät ist in der Lage, Ziele bis zu einer Entfernung von 250 km und bis zu 30 km Höhe aufzufassen und zu begleiten und gibt dabei Entfernung, Richtung und Höhe an (3D-Radar). Ein angeschlossenes Sekundärradar hat eine Reichweite von bis zu 400 km.

Die Luftverladefähigkeit ermöglicht einen weltweiten Einsatz des RAT-31 DL/MD-Band long range / mobil. Hier wird es in eine Antonov-124 verladen. (Quelle: Bundeswehr/Tina John)

Autor: Valentin Kroll

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