„Red Hawk“ in Litauen – das DCRC ist Einsatzbereit

„Red Hawk“ in Litauen – das DCRC ist Einsatzbereit

Konzentriertes Arbeiten im DCRC: Aircraft Controller Claudia M. und Antonia W. (Quelle: Bundeswehr/Niels Juhlke)

„Echo India 01, Red Hawk“ – kurz nachdem ein deutscher Eurofighter von der Ämari Air Base in Estland gestartet ist, erreicht den Piloten des Jets mit dem Rufzeichen EI 01 der Funkspruch. Verbunden mit der Anweisung, den Kurs und die Flughöhe in Richtung eines nicht identifizierten Luftfahrzeugs zu ändern.

Circa 400 Kilometer weiter südlich verfolgt Aircraft Controller Oberleutnant Antonia W. auf ihrem Radarbild aufmerksam die Bewegungen des Kampfjets, der sich mit über 900 Kilometern pro Stunde seinem zugewiesenen Ziel nähert. Von der Siauliai Air Base in Litauen aus führt die 31-Jährige den Einsatz aus dem verlegefähigen Luftverteidigungsgefechtsstand der Luftwaffe mit dem Rufzeichen „Red Hawk“.

Die Soldatinnen überwachen das Luftlagebild über dem Baltikum (Quelle: Bundeswehr/Niels Juhlke)

Dieser Übungsflug bei der Mission „Verstärkung Air Policing Baltikum 2020/21“ (VAPB 2020/21) ist das Ergebnis wochenlanger Vorbereitungen auf dem litauischen Fliegerhorst. Rund ein Jahr nach der Planungsphase des Teams vom Einsatzführungsbereich 3 (EinsFüBer 3) in Holzdorf/Schönewalde geht es nun los. Circa 100 Soldatinnen und Soldaten, leben und arbeiten bis Ende November in einem Feldlager auf der Siauliai Air Base.

Nachdem ein Aufbaukommando gemeinsam mit den Spezialpionieren das Feldlager errichtet hat, konnte das Personal des DCRC die komplexe Technik im Gefechtsstand einrichten. Nun können sich die Fachleute des Einsatzführungsdienstes der Luftwaffe auf ihren Auftrag konzentrieren.

Hauptfeldwebel Andreas M. testet die Funkverbindungen im DCRC (Quelle: Bundeswehr/Niels Juhlke)

Volle Einsatzbereitschaft zum geplanten Datum

Pünktlich zum geplanten Termin am 12. Oktober 2020 meldete der verlegefähige Luftverteidigungsgefechtsstand der Luftwaffe die volle Einsatzbereitschaft. „Nun sind wir ohne Einschränkungen klar zum Einsatz und stehen bereit, einen uns zugewiesenen Luftraum zu bearbeiten“, erklärt Oberstleutnant Thomas M. Der 46-Jährige ist als sogenannter Master Controller für die taktische Führung des DCRCs verantwortlich.

Konzentriert beobachtet er im gedimmten Licht des Gefechtsstands ebenfalls die Flugbewegungen in dem „Red Hawk“ zugewiesenen Sektor im Baltikum. Als Verantwortlicher für die taktische Führung des DCRCs bekommt er auf seinem Headset laufend Statusmeldungen aus den Containern. Auf diese Container verteilt sorgen insgesamt circa 50 Soldatinnen und Soldaten dafür, dass Kampfjets über Estland, Lettland und Litauen auf ihren Missionen durch die Aircraft Controller zum Ziel geführt werden, erläutert Thomas M.

„Um dies zu ermöglichen, erstellen die Spezialisten zu jeder Zeit ein möglichst genaues Luftlagebild“, erklärt er. Um einen Überblick im Luftraum zu bekommen, werden die vielen Radarziele auf den Bildschirmen kategorisiert und bearbeitet. Welche gehören zu einem NATO-Luftfahrzeug? Welche zu einem zivilen Linienflug oder zu einem unbekannten Luftfahrzeug im internationalen Luftraum über der Ostsee?

Aufbau einer Satellitenkommunikationsanlage für Datenlinkverbindungen (Quelle: Bundeswehr/Benjamin Albert)

Teamarbeit im DCRC für die Sicherheit im NATO-Luftraum

Prüfung des Ölstands bei einem Dieselgenerator für die Stromversorgung des DCRC (Quelle: Bundeswehr/Benjamin Albert)

Nur die Zusammenarbeit aller Bereiche im DCRC macht es möglich, Einsätze im Rahmen der NATO-Luftverteidigung aus einem verlegefähigen Gefechtsstand zu führen. „Alle Radarsensoren und Datenlinkverbindungen konnten wie geplant an unsere Systeme angebunden werden, sodass einer pünktlichen Einsatzbereitschaft aus technischer Sicht nichts entgegenstand“, sagt Stabsfeldwebel Stefan Z. über die Arbeit der vergangenen Wochen. Der 47-jährige ist als Technischer Offizier vom Dienst der Ansprechpartner für die Technik im DCRC und sorgt mit seinen Kameraden dafür, dass die komplexen Systeme des Gefechtsstands zuverlässig funktionieren.

Damit diese Systeme überhaupt gestartet werden können, versorgen Dieselgeneratoren das DCRC und Feldlager Rund um die Uhr mit Strom. Betreut und gewartet werden sie von Technikern des DCRCs, Hand in Hand mit Spezialpionieren der Streitkräftebasis.

Master Controller Thomas M. beim täglichen Briefing im DCRC (Quelle: Bundeswehr/Niels Juhlke)

„Regelmäßige Verlegungen ermöglichen es uns, unsere Verfahren unter verschiedenen Bedingungen zu üben, sodass wir für Einsätze wie VAPB bereitstehen“, so Oberstleutnant Thomas M. mit Blick auf die diesjährige Verlegung ins Baltikum. Das DCRC ist dabei nicht nur in Litauen präsent: Um die Datenlink- und Funkabdeckung zu verbessern, sind Anteile auch im estnischen Ämari und im lettischen Skede stationiert.

Der zeitgleiche Einsatz von deutschen Soldaten der Mission VAPB in den drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen unterstreicht den Beitrag der Bundeswehr zur Sicherheit im Bündnis. Deutsche Eurofighter stehen in Estland bereit um bei einer Alarmierung zur Sicherung des NATONorth Atlantic Treaty Organization-Luftraums in kürzester Zeit zu starten. Die Verlegung des DCRCs nach Litauen zeigt, dass die Luftwaffe in der Lage ist ihre Fähigkeiten zur Einsatzführung weltweit dort einzusetzen wo sie zur Unterstützung von NATO-Bündnispartnern benötigt wird.

Autor: Daniel Waite

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