Tobruq Legacy 2019 – Zwei Schlüsselfiguren

Wir treffen uns um neun Uhr am Betreuungszelt der deutschen Staffel im Waldlager des Truppenübungsplatzes in Ustka. Beide Herren sind pünktlich. Nicht ungewöhnlich, denn der Tag hat, wie jeder Tag auf dem Übungsplatz, für beide bereits um fünf Uhr begonnen. Und wie so oft werden sie die letzten sein, die am Abend ins Feldbett kommen.

Die beiden Spieße beim Rundgang im Feldlager Truppenübungsplatz Ustka. (Quelle: Luftwaffe/PAO ZLO)

In der Bundeswehr wird der Kompaniefeldwebel gerne als „Spieß“ bezeichnet. In der niederländischen Armee ist es der Sergeant Major. Opperwachtmeester Erwin K. ist zuständig für rund 200 Soldatinnen und Soldaten der 13. Air Defence Battery aus Vredepeel. Stolz zeigt mir der 42 Jährige das Wappen der Einheit, der 13. Luverdbt Ypenburg. Neben ihm sitzt sein deutscher Counterpart. Für diese Übung hat Stabsfeldwebel Marco P. die Aufgabe des Spieß übernommen. Eigentlich ist der 46 Jährige der Batterietruppführer der 3./FlaRakGrp 61 aus Todendorf. Beide führen hier die jeweiligen nationalen Teileinheiten die den Feldlagerbetrieb, die Versorgung der Soldatinnen und Soldaten, sowie die Koordination mit der Gastnation Polen (Host Nation Support) sicherzustellen.

Die Zeltstadt im Wald bietet Platz für 500 Soldaten. (Quelle: Luftwaffe/PAO ZLO)

Die Vorbereitung zur Übung

Absprachen mit den Sportlehrern der niederländischen Armee. (Quelle: Luftwaffe/PAO ZLO)

Für beide begann die Übung schon vor fünf Monaten mit einer Erkundungsfahrt nach Ustka, um die Gegebenheiten vor Ort bewerten zu können. Schließlich ging es darum, die Bi-national Short Range Task Force (BSTF) im Personalumfang von insgesamt circa 300 Übungsteilnehmenden für drei Wochen im Lagerbetrieb durchhaltefähig zu machen. Und nicht nur das. Neben dem operativen Betrieb zählt die Real-Versorgung sowie die Betreuung der Truppe zu einem Schwerpunkt – auch um dadurch die zwingend erforderliche Einsatzbereitschaft und Motivation hoch zu halten.

Bereits im Vorfeld konnten die Niederländer als Leitverband in vielen Angelegenheiten ihrer unterstellten deutschen Staffel unbürokratisch aushelfen. So zum Beispiel bei Ausrüstungsengpässen mit Moskitonetzen für die Schlafplätze im Feldlager. „Hier konnten unsere Niederländischen Kameraden uns unter die Arme greifen, denn jeder kann sich vorstellen, dass in den Wäldern Osteuropas in dieser Jahreszeit eine wahre Mückenplage herrscht. Da reicht das dienstlich gelieferte Moskitonetz für den Kopf oder das Mückenspray bei weitem nicht aus“, so Stabsfeldwebel P. .

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Zum alltäglichen Dienst der beiden Kompaniefeldwebel gehört neben der Überwachung des Personalbetriebes und der Versorgungsleiste auch die Kontrolle und Einhaltung der Sauberkeit und Ordnung sowie der Disziplin. Und das sowohl im Lagerbereich als auch im Feldeinsatz. Die einzelnen Truppenteile sind oftmals weit vom Gefechtsstand auf dem Truppenübungsplatz verteilt. Hier fahren die Kompaniefeldwebel die jeweiligen Gefechtsstände und Stellungen ab um sich im Rahmen der Dienstaufsicht ein tägliches Bild von den Soldatinnen und Soldaten zu machen. Damit entlasten sie die Kommandeure und Chefs, die sich im Einsatzbetrieb dann auf die Führung der Truppenteile und des Gefechts konzentrieren können.

Der niederländische Kompaniefeldwebel im Gespräch mit seinen Soldaten auf dem Truppenübungsplatz. (Quelle: Luftwaffe/PAO ZLO)

Dieses, so betont der niederländische Opperwachtmeester, ist auch der Schwerpunkt eines Senior Enlisted Leaders, auf Ebene Bataillon und aufwärts. Dieser Bataillons- oder Regiments „Spieß“ unterstützt dabei den Einheitsführer bei der Dienstaufsicht im Feldeinsatz. Ein bewährtes System, dass bei fast allen NATO-Armeen mittlerweile Einzug gehalten hat.

„Wir sprechen mit den Besatzungen der Waffensysteme, die natürlich nervös vor dem ersten scharfen Waffeneinsatz sind“, beruhigen sie und „wiederholen nochmal, worauf es ankommt“so Erwin K., als erfahrener Flugabwehr-Unteroffizier. Hier ist die Dienstaufsicht überaus hilfreich, da die altgedienten Unteroffiziere aus eigener Erfahrung im Umgang mit dem jeweiligen Waffensystem sprechen können und um besonders die Nervosität bei den jungen Kameradinnen und Kameraden etwas zu mindern. Und anders als bei der Dienstaufsicht durch den Kommandeur, gibt es durch den Spieß dann auch mal eine kalte Flasche Wasser zur Erfrischung für die Truppe im Feld.

Klopf…Klopf, auch eine kalte Flasche Wasser im Ozelot wird gerne angenommen. (Quelle: Luftwaffe/PAO ZLO)
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